14 January 2026

Eine Ode an die Suppe: Warum sie unser Wohlbefinden so wunderbar stärkt

Stell dir vor, wir sitzen wieder am Küchentisch. Die Suppe köchelt leise vor sich hin und währenddessen erzähl ich dir, warum dieses einfache Gericht eigentlich überall auf der Welt so einen besonderen Stellenwert hat.

Wenn man sich andere Kulturen anschaut, merkt man schnell: Suppe ist fast überall mehr als nur Essen. In Asien beginnt der Tag oft mit einer warmen Brühe. Nicht, weil man krank ist, sondern weil man dem Körper etwas Leichtes, Wärmendes geben will. In Vietnam etwa wird Suppe wie ein komplettes Gericht verstanden – Flüssigkeit, Kräuter, Gewürze, manchmal Fleisch, alles in Balance. In Japan gilt eine einfache Brühe als etwas, das Ordnung in den Körper bringt. Und im arabischen Raum sind kräftige Suppen und Eintöpfe fixer Bestandteil von Familienküchen, gerade in Zeiten, in denen Kraft gebraucht wird.

Auch bei uns war Suppe früher nichts Nebensächliches. Sie war das Fundament. Der Topf stand am Herd, oft den ganzen Vormittag, und jeder wusste: Davon wird man satt, davon wird man ruhig, davon geht’s einem gut. Vielleicht haben wir das ein bisschen vergessen – aber der Körper erinnert sich noch daran.


Und genau aus diesem Gedanken heraus koche ich meine Suppe.

Ich fang ganz unspektakulär an: Wasser in den Topf, dazu eine Zwiebel – gern mit Schale, wenn sie sauber ist – Karotten, Sellerie, Lauch oder Fenchel bzw. eine gute Mischung Suppengemüse. Alles grob, nichts geschniegelt. Dann kommt ein Lorbeerblatt dazu, weil es Tiefe bringt, ohne sich aufzudrängen. Manchmal auch ein paar Zwiebelschalen extra, einfach weil sie der Suppe diese warme Farbe und Fülle geben.

Dann die Gewürze. Ich greif da bewusst zu getrockneten Varianten, weil sie ruhiger arbeiten. Ein kleines Stück Macisblüte macht die Suppe weich und rund, fast ein bisschen tröstend. Ein paar Koriandersamen verbinden Gemüse und Brühe, ein Hauch Kreuzkümmel erdet das Ganze. Kurkuma bringt Wärme, getrockneter Ingwer ein bisschen Frische, und wenn mir danach ist, ein paar Chiliflocken – nicht für Schärfe, sondern für Tiefe. Pfeffer kommt erst ganz zum Schluss.


Fleisch darf – muss aber nicht – hinein. Wenn, dann nicht viel. Ein Stück Suppenhuhn oder etwas Rind, ein paar Knochen - das gibt der Suppe Substanz und macht sie nährender. Gerade wenn man viel arbeitet, viel denkt oder einfach ausgelaugt ist, merkt man den Unterschied. Es geht nicht um „mehr“, sondern um tragender.

Und ja, ich geb oft noch einen kleinen Schupfer Bio-Suppenwürze / Rindsuppenwürze / Hühnersuppenwürze dazu (gerne auch eine Mischung von allen Dreien..). Nicht als Abkürzung, sondern als Verbindung. Wenn sie gut gemacht ist, unterstützt sie das, was ohnehin im Topf ist – mehr nicht.

Dann darf die Suppe ziehen. Ganz in Ruhe. Kein sprudelndes Kochen, sondern leises Arbeiten. Und genau das ist vielleicht das Schönste daran: Während die Suppe Zeit bekommt, bekommt man selbst auch ein bisschen davon zurück.


Und warum ist Suppe jetzt eigentlich gesund?

Unser Körper mag Wärme. Wirklich. Warmes Essen ist leichter verdaulich als Kaltes, es muss nicht erst „auf Betriebstemperatur gebracht“ werden. Eine Suppe kommt also schon freundlich daher – sie arbeitet mit dem Körper und nicht gegen ihn. Genau deshalb greifen wir instinktiv zu Suppe, wenn wir müde, angeschlagen oder gestresst sind.

Ein weiterer Punkt ist die Flüssigkeit. Viele Menschen trinken zu wenig, merken es aber erst, wenn sie müde werden, Kopfschmerzen bekommen oder sich „zäh“ fühlen. Suppe ist Trinken und Essen zugleich – und wird vom Körper oft besser angenommen als pures Wasser.

Dann sind da die Nährstoffe. In einer Suppe landen Gemüse, Kräuter, Gewürze – und all das darf langsam ausziehen. Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe gehen in die Flüssigkeit über. Man löffelt also nicht nur Geschmack, sondern auch genau das, was der Körper gut verwerten kann. Und weil alles weichgekocht ist, ist die Suppe besonders bekömmlich – auch für Menschen mit empfindlichem Magen oder Darm.


Suppen spielen in so vielen Kulturen eine große Rolle. Sie versorgen nicht nur den Körper, sondern geben einem auch dieses Wohlgefühl von innen.... Und manchmal reicht genau das, um wieder ein Stück mehr bei sich anzukommen. 😉