Piment ist so ein Gewürz, das viele kennen – aber kaum jemand wirklich nutzt. Und das ist eigentlich schade, weil er ein kleines Aromawunder ist. Wenn ich dir davon erzählen müsste, dann so:
Piment – riech einmal dran
Mach ein Glas mit ganzem Piment auf und riech. Da ist Nelke drin. Zimt. Ein Hauch Muskat. Und ganz leicht Pfeffer. Kein Schmäh – genau deshalb heißt er im Englischen Allspice. Ein Gewürz, das schmeckt, als hätte jemand mehrere in eines gepackt.
Warum ich immer ganzen Piment nehme
Gemahlener Piment ist praktisch, ja. Aber geschmacklich halt… naja. Die ätherischen Öle, die das Ganze spannend machen, verflüchtigen sich extrem schnell. Ganze Körner schützen ihr Aroma – und erst beim Zerdrücken passiert die Magie.
Kurz gesagt:
- ganzer Piment = warm, rund, tief
- gemahlener Piment = flach, schnell weg
Wie ich ihn zerkleinere (und wie lieber nicht)
Am liebsten nehme ich ganz oldschool den Mörser. Nicht, weil ich nostalgisch bin – sondern weil man die Körnung steuern kann und die Öle nicht „verkocht“.
Eine gute Gewürzmühle geht auch.
Elektrische Kaffeemühlen? Eher nein. Die machen Hitze, und Hitze mag Piment gar nicht.
Wo Piment bei mir landet
Piment ist kein Gewürz für jeden Tag – aber eines für die besonderen Gerichte:
- in Suppen & Eintöpfen, wenn Tiefe fehlt
- im Sauerkraut, besonders fein mit Wacholder
- bei Wild, Rind & Schmorgerichten
- in Marinaden
- und ja – auch in Weihnachtskeksen, Kompott oder sogar Schokolade
Er drängt sich nie vor, sondern verbindet alles miteinander. Wie der Freund, der nicht viel redet, aber immer das Richtige sagt. 😉
Andere Namen – und warum sie Sinn machen
Der Name stammt vom spanischen pimienta - also Pfeffer. Vielleicht hast du ihn schon unter anderen Namen gehört:
- Nelkenpfeffer – wegen der deutlichen Nelkennote
- Neugewürz – weil er früher etwas völlig Neues war
- Allspice – weil er nach „allem“ schmeckt
Und kleiner Funfact: Piment ist kein Pfeffer. Der Name kommt daher, dass Kolumbus ihn für Pfeffer gehalten hat. Jo… passiert den Besten... 😅
Woher kommt Piment eigentlich?
Seine Heimat ist die Karibik, vor allem Jamaika. Botanisch gesehen gehört er zu den Myrtengewächsen und in der Karibik wachsen die Beeren auf Bäumen und werden unreif geerntet und getrocknet – genau dann ist das Aroma am komplexesten. Früher war Piment ein teurer Luxus, ein echtes Statusgewürz. Er wurde nicht nur zum Würzen, sondern auch zur Konservierung genutzt. Und ja, es gibt alte Überlieferungen, dass Piment als "wärmendes Gewürz" galt, das Körper und Stimmung gleichermaßen hebt. Zufall? Wohl kaum 😉
Heute liegt er oft unbeachtet im Regal. Völlig zu Unrecht.
Fazit - klein, rund, genial
Piment - die Gewürzmischung in Einzelform. Ganz. Frisch zerstoßen. Sparsam eingesetzt. Und wenn du beim Kochen mal das Gefühl hast: „Irgendwas fehlt, aber ich weiß nicht was“ – probier’s mit einem Körnchen Piment.
Sehr oft ist genau das die Lösung. 🌿