Weihrauch begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden – in Kirchen, Tempeln und in der Naturheilkunde. Besonders in der Erkältungszeit erlebt er eine Renaissance, denn richtig angewendet kann er Raumluft klären, die Atemwege unterstützen und für Ruhe sorgen. Es gibt bei mir im Winter kaum einen Tag, an dem ich nicht eine kleine Menge weißen Weihrauch auf mein Räucherstövchen lege und den angenehmen Duft genieße.
Doch was steckt wirklich hinter dem Räucherharz, das wir so oft aus Kirchen kennen?
Was ist Weihrauch (Boswellia sacra)?
Echter Weihrauch stammt vom Weihrauchbaum Boswellia sacra, der vor allem im Oman, Jemen und in Somalia wächst. Durch vorsichtiges Anritzen der Baumrinde tritt ein milchiger Harzsaft aus, der an der Luft zu den bekannten Weihrauchtränen erstarrt.
Boswellia sacra gilt als die hochwertigste Weihrauchsorte:
- klarer, leicht zitroniger Duft
- warm, harzig, nicht aufdringlich
- ideal für sanftes Räuchern im Wohnraum
Warum wird Weihrauch in Kirchen geräuchert?
Der Einsatz von Weihrauch in Kirchen hat mehrere Gründe:
Spirituelle Bedeutung
- Der aufsteigende Rauch symbolisiert Gebete, die zum Himmel steigen
- Weihrauch steht für Reinigung, Schutz und Übergang
- Bereits in der Bibel zählt Weihrauch zu den kostbarsten Gaben
Wirkung auf Raum & Menschen
- Der Duft beruhigt und zentriert
- Er hilft, den Alltag loszulassen
- Er schafft eine besondere, feierliche Atmosphäre
Früher auch aus hygienischen Gründen
In Zeiten ohne moderne Reinigungsmittel:
- neutralisierte Weihrauch Gerüche
- wirkte keimreduzierend
- verbesserte die Raumluft bei großen Menschenansammlungen
Weihrauch & Gesundheit – was sagt die Erfahrung?
Weihrauch enthält wertvolle Inhaltsstoffe wie:
- Boswelliasäuren
- ätherische Öle
- Terpene
Wirkung beim Räuchern
- entzündungshemmend
- antibakteriell & antiviral
- schleimlösend
- wohltuend für die Atemwege
- beruhigend für das Nervensystem
In der Naturheilkunde wird Weihrauch unter anderem bei:
- Erkältungen
- Atemwegserkrankungen
- Entzündungen
- Stress und innerer Unruhe
eingesetzt.
Entkeimt Weihrauch die Luft?
Weihrauch wirkt luftreinigend, aber nicht steril.
✔️ Reduktion von Keimen und Bakterien
✔️ Bindung von Gerüchen
✔️ Verbesserung des Raumklimas
Er ersetzt keine Desinfektion, kann aber spürbar zur Raumluftqualität beitragen – besonders im Winter.
Sinnvoll bei Erkältung zu Hause?
Ja – wenn sanft geräuchert wird.
Besonders hilfreich bei:
- Schnupfen
- Husten
- verstopfter Nase
- trockener Heizungsluft
Wichtig ist eine milde Anwendung, damit die Schleimhäute nicht gereizt werden.
Sanfte Räuchermischung für die Erkältungszeit „Freier Atem“
Zutaten
2 Teile Weihrauch (Boswellia sacra)
1 Teil Thymian (getrocknet)
½ Teil Fichtenharz oder Fichtennadeln
½ Teil Salbei (getrocknet)
Optional:
½ Teil Lavendel für den Abend
Anwendung – so wirkt sie am besten
Empfohlen: Räuchern auf einem Stövchen mit dem Räuchersieb
- Das Harz und die Kräuter mit dem Mörser zerkleinern
- Teelicht entzünden
- Räuchersieb aufsetzen
- Eine kleine Prise der Mischung auflegen
- 5–10 Minuten wirken lassen
- Danach kurz lüften
Diese Methode ist besonders sanft und ideal in der Erkältungszeit.
Wann sollte man räuchern?
- abends nach dem Lüften
- bei ersten Erkältungsanzeichen
- nach vielen Kontakten
- bei trockener Raumluft
- Nicht dauerhaft und nicht während des Schlafens räuchern.
Mein Fazit
Weihrauch ist weit mehr als ein kirchlicher Duft. Er verbindet Tradition, natürliche Raumreinigung und Unterstützung für die Atemwege – besonders wohltuend in der Erkältungszeit.
Sanft geräuchert kann er das Durchatmen erleichtern, Räume klären und Ruhe und Wohlbefinden fördern.